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Aphorismen

Alter ist irrelevant, es sei denn, du bist eine Flasche Wein.

-- Joan Henrietta Collins (*1933), britische Schauspielerin, Schwester der Bestsellerautorin

sonstige aktuelle Meldungen Wer - wie wir - gerne kocht wird sich zu gegebener Zeit fragen wie man die optimale Beikost für den Nachwuchs herstellt. Unser Kleiner wird mittlerweile mit lecker selbst gekochtem Essen wohl genährt. Wohlfühlbrummen bei jedem Löffel verrät den stolzen Eltern, wie gut der Brei schmeckt. Dank Tiefkühlschrank hält sich der Aufwand für selbst gekochten Babybrei in Grenzen (und man spart sich im Gegensatz zu Fertiggläschen den häufigen Gang zum Altglascontainer).

Geradezu skandalös finde ich, dass in industrieller Babynahrung Aromen zugesetzt sein dürfen. So wird schon der Säugling auf einen Industrie-Geschmack geprägt, da die Geschmacksintensität von natürlichen Lebensmitteln gegen industrielle Aromabomben nicht mithalten kann. Wer das nicht will sollte kein Gläschen bzw. Pulverpäckchen kaufen ohne das Kleingedruckte zu lesen - oder einfach gleich selbst den Kochlöffel schwingen. Was beim Zubereiten von Babybreien beachten werden muss lest Ihr in diesem Artikel. Im Anschluss findet Ihr unsere getesteten und für Alltagstauglich befundene Rezepte.

Babynahrung muss BIOnahrung sein!


Für (industrielle) Säuglingsnahrng gelten strenge Schadstoffgrenzen, die man sich auch beim selbst Kochen zu Herzen nehmen sollte:

Kinder unter 12 Monaten dürfen ausschließlich mit Bio-Produkten ernährt werden! Alles was man dafür braucht gibt es im Bio-Laden zu kaufen. Bio-Gemüse und Bio-Obst findet man mittlerweile oft auch im Discounter. Die Produkte sind nicht schlecht, aus nennen wir es „industrialisierten“ Bio-Betrieben. Für die meisten Lebensmittel im Bio-Laden gelten durch die Bio-Verbandssiegel (z.B. Demeter) noch strengere Richtlinien als für das EU-Bio-Siegel. Wer den Geschmackstest macht stellt schnell selber fest: Discounter-Bio schmeckt besser als konventionell angebaute Ware, Bio-Laden-Bio besser als Discounter-Bio. Also ab in den Bio-Laden, oder gleich einen regionalen Bio-Lieferdienst in Anspruch nehmen.

Sollte Babywasser gekauft werden?2


Spezielles Babywasser braucht man nur dann zu kaufen, wenn das Trinkwasser einen höheren Nitratgehalt als 20 mg pro Liter hat. Informationen hierüber erteilt der örtliche Versorger, meist findet man die Angaben auch auf dessen Homepage in Internet.

Warum sollte welches Fett in Babynahrung?


Selbst gekochtem Babybrei sollte immer etwas Pflanzenöl zugefügt werden, damit die fettlöslichen Vitamine von dem kleinen Organismus optimal verwertet werden können. Für uns Große sind kalt gepresste Öle am wertvollsten, nicht aber für Babys! In kalt gepressten Ölen können Pestizid-Rückstände, Schwermetalle und Peroxide enthalten sein. Mit den geringen Mengen werden Kinder und Erwachsene spielend fertig, bei Säuglingen sollten sie aber vermieden werden. Hier sind gedämpfte Öle empfohlen. Am geeignetsten ist gedämpftes Bio-Raps-Öl, da darin essentielle Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren enthalten sind. Diese können vom Körper nicht produziert werden sondern müssen über die Nahrung zugeführt werden. Das Baby benötigt sie für den Aufbau sämtlicher Körpermembranen, vor allem für Gehirn, Nervensystem und Augen.

Verzichten sollte man dagegen auf die früher übliche Verwendung von Butter. Hierin sind kaum essentielle Fettsäuren enthalten, die das Baby so notwendig braucht. Kleine Mengen von Milcheiweiß können dagegen sogar allergieauslösend wirken.

Sollte man glutenfreie Babynahrung kaufen?


Wer in seiner Familie keine Zöliakie-Betroffenen hat, braucht beim Baby nicht auf eine glutenfreie Ernährung zu achten. Gluten ist ein Klebereiweiß in vielen Getreidesorten (Weizen, Gerste, Roggen) und kann allergische Symptome hervorrufen, die sich in einer chronischen Erkrankung der Dünndarmschleimhaut äußern. In Deutschland ist schätzungsweise eines von 500 Kindern betroffen, wobei die Vererbung eine große Rolle zu spielen scheint. Zöliakie-Patienten müssen sich glutenfrei ernähren, für alle anderen ist die Angabe „glutenfrei“ absolut bedeutungslos.

Eine Sonderrolle bei der Frage glutenhaltig oder nicht spielt Hafer. Bisher wird in Deutschland Zöliakie-Patienten von Hafer abgeraten. Mittlerweile weiß man jedoch, dass sich die chemische Zusammensetzung der Prolamine im Hafer von denen im Weizen unterscheidet. In einigen europäischen Ländern ist Hafer von Fachleuten für Zöliakie-Patienten unter ärztlicher Kontrolle daher freigegeben. Aber – wie gesagt – das Durchschnittsbaby braucht das ja eh nicht zu interessieren.

macht Milch müde Babys munter?


Ein weiteres Lebensmittel sei an dieser Stelle noch erwähnt, dessen Bedeutung bei der Kleinkinderernährung oft überschätzt wird. „Milch macht müde Männer munter“ predigte uns die Milchindustrie. Für Babys erste Monate ist sie jedoch überflüssig. Allergiegefährdete Babys meiden Milch (und Milchprodukte) am besten während der ersten zwölf Lebensmonate, alle anderen während der ersten neun. Kuhmilch enthält wesentlich mehr Eiweiß als Muttermilch, wodurch die Nieren geschädigt werden können. Daher soll im ersten Lebensjahr kein Baby Kuhmilch unverdünnt bekommen. Als Breibestandteil ist sie bei nicht allergiegefährdeten Babys ab zehn Monaten vertretbar. Und wie ist das dann ohne Milch mit dem Calcium? Keine Angst, Babys Speiseplan enthält genügend davon: Muttermilch (ersatzweise Säuglingsmilch), Brokkoli, Fenchel, Banane und Hafer liefern den wichtigen Knochenbaustein.

Brauchen Babys Fleisch in der Nahrung?


Fleisch in Babys Brei kann, muss aber nicht sein. Die Menge sollte man aber auf zwei fleischhaltige Mahlzeiten pro Woche beschränken um die Nieren nicht unnötig zu strapazieren. Wird auf Fleisch verzichtet, so soll nach Möglichkeit täglich eisenreiches Getreide (Hirse, Hafer) auf dem Speiseplan stehen. Wichtig ist dass das Baby bei der gleichen Mahlzeit Vitamin C zu sich nimmt, da nur so das pflanzliche Eisen gut in den Organismus aufgenommen werden kann. Entweder fügt man dem Brei also etwas Orangensaft hinzu, füttert Obst zum Dessert oder gibt dem Baby verdünnten Fruchtsaft zu trinken.

Was gehört nicht in das Babyessen?


Absolut tabu im ersten Lebensjahr sind Zucker, Honig, Salz und Gewürze. Babys lernen die Welt erst kennen, da darf ihr Geschmackssinn nicht gleich überladen werden. Salz schädigt die Nieren, Zucker die Zähne und Honig kann Botulismussporen enthalten, die beim Baby zu einer tödlichen Vergiftung führen können.

Wann sollte man mit der Beikost beginnen?


Ab wann sollten Babys neben Muttermilch Beikost erhalten? Empfohlen ist, frühestens mit vier Monaten, besser erst nach sechs Monaten langsam zuzufüttern. Keine Angst, wenn Ihr aufmerksam seid, dann sagt Euch Euer Baby, wann es Zeit für den ersten Brei wird. Das Baby meckert am Tisch, wenn die Eltern essen, rudert mit den Armen und verschlingt das Essen mit den Augen. Das Baby kann mit leichter Unterstützung aufrecht sitzen. Der Zungenstreckreflex hat deutlich nachgelassen. Eine Faustregel besagt zudem, dass das Kind sein Geburtsgewicht verdoppelt haben sollte. Vertraut einfach auf Eure Elterngefühle, es wird funktionieren!

Wichtig ist, mit kleinen Portionen zu beginnen, zuerst nur bei einer Mahlzeit zuzufüttern. Bei uns haben sich hierfür Espressotassen bewährt. Die Menge ist anfangs vollkommen ausreichend und in den dicken Tassen bleibt der Brei verhältnismäßig lange warm. Hauptnahrung bleibt weiterhin Muttermilch. Ob man vor, während oder nach einer Stillmahlzeit füttert bleibt jedem selbst überlassen. Unser Sprößling hat seinen ersten Mittagsbrei einfach immer gleichzeitig mit uns bekommen, unabhängig von den Stillmahlzeiten. So war er zufrieden, und wir konnten in Ruhe essen. Zudem schmeckt es auch Babys in Gesellschaft am besten.

Weniger Abwechslung ist besser


Wichtig ist, nur mit einem Lebensmittel zu beginnen. Pro Woche kann der Speiseplan um ein weiteres ergänzt werden. Also entweder mit Kartoffel oder Karotte oder Banane etc. anfangen, egal was, Hauptsache nur eines davon. Die Menge wird nach Geschmack des Babys langsam gesteigert. Ist nach Wochen die erste Mahlzeit komplett ersetzt, geht es mit der zweiten weiter. Wurde erst Gemüse gefüttert so bietet man als zweites einen Obstbrei an und umgekehrt. So wird langsam eine Stillmahlzeit nach der anderen durch Beikost ersetzt, bis nur noch eine Stillmahlzeit (ersatzweise Säuglingsmilch) pro Tag gegeben wird. In Deutschland wird empfohlen, bis mindestens zum Ende des ersten Lebensjahres zu stillen, die WHO empfiehlt sogar noch ein weiteres Jahr. Die Entscheidung dazu bleibt jeder Mutter selbst überlassen.

Tipp: Baby-Beikostnahrung einfrieren


Anfangs besteht eine Portion aus wenigen Löffelchen, der Brei kann portionsweise in Eiswürfelbehältern eingefroren werden. Ist eine Mahlzeit komplett ersetzt so beträgt die Portionsgröße ca. 190 g, ab acht Monaten ca. 220 g Brei. Aber das sind nur Richtwerte, jedes Baby ist verschieden.

Babynahrung aufwärmen: Mikrowelle oder Wasserbad?


Das Aufwärmen kann entweder auf die klassische Methode im Wasserbad erfolgen (dauert leider etwas) oder bei niedriger Wattleistung (max. 400 W) in der Mikrowelle. Das ist unschlagbar schnell wenn ein ungeduldiges Baby Hunger hat. Vor dem Füttern muss man den Brei nur gut durchrühren, damit die Temperatur auch wirklich überall gleich ist. Mikrowellengegner sind strikt gegen das Aufwärmen von Babynahrung in der Mikrowelle, trotz intensiver Suche habe ich aber keine fundierten Studiendaten gefunden die dagegen sprechen. Bei hoher Wattleistung können sicherlich hitzeempfindliche Stoffe zerstört werden (wie auch beim Aufwärmen auf dem Herd), nicht aber beim sanften Erwärmen bei niedriger Leistung.

Grundausstattung der Babybrei-Küche:

  • Pürierstab

  • digitale Küchenwaage

  • mehrere kleinere Gefrierdosen, evtl. Eiswürfelbehälter für die ersten Wochen

  • mehrere Schüsselchen

  • Plastiklöffel zum Füttern

  • Lätzchen, Lätzchen und nochmal Lätzchen



  • Für die Fortgeschrittenen bzw. Müsliesser:

  • Getreideflocker




  • Baby-Anfangsbrei



  • 100 g Karotten oder Kartoffeln oder Kürbis oder...

  • 50 ml Wasser

  • 1 TL Rapsöl


  • Karotten (oder andere Gemüsesorte) gründlich waschen, klein würfeln und in wenig Wasser weich kochen. Fein pürieren und Öl zufügen. Wenn zu dick mit Wasser verflüssigen.

    Baby-Gemüsebrei



  • 150 g Gemüse nach Wahl (Karotten, Fenchel, Zucchini, Kürbis etc.)

  • 100 g Kartoffeln, am besten mehlig kochend
    100 ml Wasser

  • 2 EL Orangensaft

  • 10 g Rapsöl


  • Gemüse und Kartoffeln putzen und klein würfeln. Im Wasser weich kochen. Fein pürieren, Öl und Saft zugeben. Wenn zu dick mit Wasser verflüssigen. Wird auf Vorrat gekocht gleich die dreifache Menge machen und einfrieren.

    Baby-Gemüse-Fleisch-Brei



  • 100 g Gemüse nach Wahl (Karotten, Fenchel, Zucchini, Kürbis etc.)

  • 50 g Kartoffeln, am besten mehlig kochend
    30 g Fleisch (am eisenhaltigsten ist Rind)

  • 100 ml Wasser

  • 10 g Rapsöl


  • Gemüse und Kartoffeln putzen und klein würfeln. Fleisch sehr fein hacken. Alles im Wasser weich kochen. Fein pürieren und Öl zugeben. Wenn zu dick mit Wasser verflüssigen.

    Baby-Bananenbrei – der schnellste Brei der Welt



  • 1 Banane

  • 1 El Orangensaft


  • Banane schälen und mit einer Gabel fein zerdrücken, Saft unterrühren.

    Babys Obstbrei



  • Obst nach Wahl (Äpfel, Birnen)


  • Obst putzen und klein würfeln, mit wenig Wasser weich kochen und pürieren.

    Babys Obst-Getreide-Brei



  • 40 g Feine Haferflocken, frisch gequetscht oder fertig gekauft

  • 120 ml Wasser *

  • 15 g Rapsöl

  • 175 g Obst- oder Bananenbrei (siehe oben)

  • 2 El Orangensaft


  • Haferflocken im kalten Wasser mindestens eine halbe Stunde einweichen. Gefäß dabei in den Kühlschrank stellen, damit sich keine Keime vermehren können! Haferflocken dann im Einweichwasser gut aufkochen lassen. Hierfür hat sich bei uns die Mikrowelle bestens bewährt, so brennt nichts an. Bei 1000 Watt knapp 2 Minuten, bis der Brei hochsteigt und sein Volumen in etwa verdreifacht hat (damit auch wirklich jedes Flöckchen gut gekocht ist). Öl gründlich unterrühren und zehn Minuten quellen lassen. Dieser Grundbrei kann bis zu einem Tag im Kühlschrank aufbewahrt werden. Vor dem Verzehr mit der gleichen Menge Obstbrei und etwas Orangensaft (zur besseren Eisenaufnahme aus Getreide) vermischen, je nach Geschmack des Babys kalt oder lauwarm füttern.
    Die Wassermenge ist mein Erfahrungswert und gilt für frisch gequetschte Haferflocken. Bei der Verwendung von Fertigflocken bitte einfach ausprobieren. Für den Brei wurde ausreichend Wasser verwendet, wenn er beim Stehenlassen im Kühlschrank nicht mehr nachquillt, also nach einigen Stunden genauso fest ist wie frisch bereitet.

    Wir wünschen euren Babys guten Appetit und euch viel Spaß beim Kochen und Füttern!
    Selbst gekocht von Anfang an - Alltagstaugliche Babybrei-Rezepte (Beikost) | Anmelden bzw. neues Benutzerkonto einrichten | 0 Kommentare
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